Freyung. (hh) Neben der Netzwerk-und Potenzialanalyse war im vergangenen Jahr die Gründung des Politischen Lenkungsausschusses ein wichtiger Schritt für eine künftige Europaregion Donau-Moldau.
 Der Ausschuss wird den strukturellen und organisatorischen Aufbau sowie die Gründungsentscheidung für das Jahr 2012 begleiten. Auch der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, hat bei einem Fachgespräch mit ostbayerischen Politikern, Verbands- und Behördenvertretern in Eging am See (Landkreis Passau) ausdrücklich die Europaregions-Initiative für das bayerisch-österreichisch-tschechische Grenzland begrüßt.
 Kommissar Hahn stellte bei seinem Besuch in Niederbayern auch einen höheren Mittelansatz für die territoriale Zusammenarbeit in den Raum. Die derzeit knapp acht Milliarden Euro im Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung könnten um 50 Prozent auf rund zwölf Milliarden Euro erhöht werden. Insgesamt dränge die Kommission auf Vereinfachung der Förderungen sowie eine thematische Fokussierung der Förderprogramme.
 Wie Sammer im Rahmen der Euregio-Vorstandswahl im November betont hatte, versuchen neben den strukturschwachen Räumen zunehmend auch städtische Regionen, Metropolregionen und sogenannte Makro-Regionen wie der Ostseeraum mit Nachdruck in Brüssel Strukturfördermittel einzuwerben.
 Nachdem der Haushaltsansatz für die Kohäsionspolitik das bisherige Niveau von rund 350 Milliarden Euro nicht überschreiten dürfte, werde der Wettbewerb um strukturfördernde Interventionen in Europa deutlich zunehmen: Die Territoriale Zusammenarbeit sollte aber als eigenständige „Säule" der Kohäsionspolitik allerdings erhalten bleiben. 

Vielzahl von Projekten
 Im Hinblick auf die geplante Europaregion Donau-Moldau seien entscheidende Weichen gestellt, sagte Sammer und verwies gleichzeitig auf die Vielzahl von Projekten, die im Jahr 2010 verwirklicht, begonnen oder fortgeführt wurden.
 Zu den grenzüberschreitenden Veranstaltungen gehören der „Tag der Europaregion" im tschechischen Krumau sowie die Exkursion der niederbayerischen Landräte nach Südböhmen, Neben den Problemen, welche die demographische Entwicklung mit sich bringt, war auch der Facharbeitermangel auf beiden Seiten ein Thema der Gespräche in Budweis. Bei der Jahreskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG) in Dundalk/Irland wurden aus der Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn Landrat Heinz Wölfl (Regen), Landrat d. D. Ingo Weiß (Straubing-Bogen) und Geschäftsführer Kaspar Sammer als Präsidiumsmitglieder gewählt.
 Zum Abschluss der Bayerischböhmischen Kulturwoche in Deggendorf fand ein gemütliches Knödelessen mit 750 Gästen auf dem Stadtplatz statt. Die mittlerweile enge Kooperation zwischen den Städten Deggendorf und Pisek, die auch bei dem Fotowettbewerb „Deggendorf und Pisek - wie sehe ich meine Stadt" zum Ausdruck kam, gewinnt zusehends an Bedeutung für die gesamte Grenzregion.
 Im Rahmen der „Kulturtage unterm Dreisessel" fand Ende August eine Doppelveranstaltung aus Volksfest in Horni Plana (Oberplan) und historischem
 Bergfest auf dem Dreisessel statt. Der Pilgerweg Via Nova wurde erweitert und soll in diesem Jahr bis nach Pribram führen. Daneben nannte Sammer zahlreiche weitere Veranstaltungen und Aktivitäten.

 Neue Ansprechpartnerin
Neue Ansprechpartnerin im Europe-Direct-Informationszentrum Freyung ist seit September Lucie Papouskova (Kontakt: Tel. 08551/57212, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Von dort aus wurden auch ein Europa-Projekttag im Gymnasium Seligenthal Landshut und eine Info-Veranstaltung „EU-Fördermittel für bayerische Kommunen" in Kellberg (Kreis Passau) organisiert.
 Und es geht munter weiter im neuen Jahr: Vom 17. bis 19. Januar besuchen die Euregio-Gastschüler den Deutschen Bundestag in Berlin, am 26. Januar tagt die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, am 1. Februar ist Netzwerkkonferenz, am 3. Februar Sitzung des Trilateralen Koordinierungsgremiums, alles für
 das Projekt Europaregion Donau-Moldau.
 Eine Präsidiumssitzung der AGEG ist am 4./5. Februar im tschechischen Tabor. Die Antragsfrist für Kleinprojekte Bayern-Österreich geht bis zum 4. März, die für Bayern-Tschechien bis 25. März.

Quelle: Chamer Zeitung
 

   
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