Staatsminister Helmut Brunner beim CSU Frühschoppen - Thema Energiewende.
Schorndorf. Erstmals seit fünf Jahren bestritt am Sonntagvormittag wieder ein Staatsminister aus dem bayerischen Kabinett den politischen CSU-Frühschoppen im Rahmen des 33. Schorndorfer Bockbierfestes. Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, setzte in seiner Rede mehrere Schwerpunkte und sieht in der Energiewende durchaus eine große Chance gerade für den ländlichen Raum. Er selbst plädierte für einen Energiemix mit der Fragestellung: „Welche Energie ist an welchem Standort am vernünftigsten."



Mit dem „Politiker-Derblecken" und dem Starkbieranstich am Nockherberg wird in Bayern die „fünfte Jahreszeit" bei der Salvatorprobe erst im Laufe dieser Woche offiziell eingeläutet. Im Landkreis Cham übernahmen diese Funktion am Sonntag wieder mit großem Erfolg CSU-Kreis- und Ortsverband, kredenzten beim örtlichen Bock-bierfest im Landgasthof Baumgattner den Fastentrunk mit politischer Würze und durften als Hauptredner in diesem Jahr den Landwirtschaftminister Helmut Brunner begrüßen. Allerdings unterstrich auch Brunner die „neuen Wege der CSU"; anstatt sich mit heftigen Attacken am politischen Gegner abzuarbeiten, dominierten programmatische Aussagen die Traditionsveranstaltung.

33 Jahre Tradition
„33 Jahre politischer Frühschoppen und Bockbierfest in Schorndorf, das spricht für die Qualität der Veranstaltung und die Traditionsverbundenheit der Wirthausfamilie Baumgartner", stellte Dipl. Ing. (FH) Wolfgang Zajac als Vorsitzender des Schorndorfer CSU-Ortsverbandes bei der Begrüßung heraus und freute sich über den guten Besuch. Ein besonderes Willkommen galt neben Staatsminister Helmut Brunner unter anderem dem Kreisvorsitzenden, MdL und Staatssekretär Markus Sackmann, MdB Karl Holmeier, Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler, dem örtlichen Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer sowie zahlreichen weiteren Bürgermeisterkollegen und nicht zuletzt den anwesenden Mitgliedern des Kreistages. Prof. Dr. Reinhard Höpfl, bis vor wenigen Wochen äußerst erfolgreicher und geschätzter Präsident der Hochschule Deggendorf, fand sich erstmals in seiner neuen Rolle als „aktiver Ruheständler" ein.

Kreisvorsitzender Markus Sackmann verwies auf den etwas anderen politischen Frühschoppen im Vorjahr nach dem Motto „Hightech und Heimatkunde — vom Dorfplatz zum Flugplatz", heuer wolle man mit Staatsminister Helmut Brunner wieder an die traditionelle Art und Weise anknüpfen.

Schließlich sei die Palette an aktuellen Themen breit genug gefächert. Der Landkreis Regen, Heimat von Minister Brunner, und der Landkreis Cham können beide eine sehr positive Entwicklung vorweisen, beide vertreten im Kabinett vehement den ostbayerischen Raum.

Diskussionsrunde
MdB Karl Holmeier bezeichnete „Deutschland als Lokomotive in Europa" und sieht die Bundeskanzlerinin einer wichtigen Führungsrolle, was Europa und die Euro-Krise angeht. Holmeier führte im Anschluss auch durch die Diskussionsrunde, bei der sich heuer zahlreiche Frühschoppenbesucher zu Wort meldeten und auf die von Brunner zum Abschluss einzeln eingegangen wurde. „Wir werden auch nächstes Jahr wieder da sein", versprach Sackmann zum Abschluss.

"Bayern soll das kinderfreundlichste Land werden"
„Bayern ist der Motor des Wirtschaftswachstums in Deutschland, Bayern zählt zu den zehn wirtschaftlich stärksten Regionen in der EU", so Minister Brunner, „Bayerns Leistungsfähigkeit wird nicht bezweifelt". Brunner verwies auf den Nachtragshaushalt aufgrund der höheren Steuereinnahmen nach dem Motto: „Intelligent sparen und zukunftsweisend investieren." Bayern habe zum siebten Mal in Folge einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufgestellt, will bis 2030 als erstes Bundesland in Deutschland ganz schuldenfrei werden.

Länderfinanzausgleich
Sorgen bereite . der Länderfinanzausgleich, für den Bayern jährlich 3,7 Milliarden Euro und damit mehr als die Hälfte des gesamten Länderfinanzausgleichs (7,3 Milliarden Euro) beiträgt. Es sei schon richtig, dass Bayern selbst ein Nehmerland gewesen sei, aber Landwirtschaftsminister Brunner gab das Verhältnis zu bedenken: Bayern habe in 40 Jahren insgesamt 3,5 Milliarden Euro erhalten und zahlt jetzt schon in einem Jahr mehr als diese Gesamtsumme. Das jetzige System sei ungerecht und unverhältnismäßig, so kassiere Berlin allein jährlich 2,8 Milliarden Euro.

Bayern soll das kinder- und familienfreundlichste Land in Deutschland werden. Dazu werde man das Betreuungsangebot für 'unter Dreijährige weiter ausbauen, dennoch seien intakte Familien weiterhin die beste Lösung. Beim Thema Bildung sieht Staatsminister Brunner das Land Bayern ebenfalls gut unterwegs, nach den vielen Reformen in der jüngsten Vergangenheit sei nun Vor allem eine Bildungsstabilität angesagt. Es gelte weiter an der dualen und praxisorientierten Ausbildung sowie am durchlässigen und vielfältigen Bildungssystem festzuhal- ten: „Es geht kein Talent verloren, hochqualifizierter Nachwuchs ist unser wertvollstes Kapital." Natürlich sei in Bayern nicht nur „fördern" angesagt, „wir fordern auch".

Energie: der richtige Mix
Staatsminister Helmut Brunner selbst plädiert für einen Energiemix mit der Fragestellung: „Welche Energie ist an welchem Standort am vernünftigsten." Dazu gehöre viel Augenmaß und Fingerspitzengefühl, allerdings gelte es auch Zugeständnisse zu machen: „Energieträger ohne negative Auswirkungen gibt es nicht." Mit dezentralen Bürgeranlagen könnten die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden, gerade die erneuerbaren Energien seinen „Land-Energien". Und so sieht Brunner in der Energiewende eine große Chance für den ländlichen Raum. So könnten gerade Landwirte an dieser wirtschaftlichen Wertschöpfung teilhaben.

Bauernhof und Bauernstand müssen für Landwirtschaftsminister Brunner in Zukunft eine Bedeutung über die Herstellung von Nahrungsmitteln hinaus erlangen und Wege für neue Einkommensstandbeine finden: „Die Landwirtschaft hat eine multifunktionale Aufgabe." Dazu zähle unter anderem die Energiewende.

Plädoyer für Bauernstand
In Bezug auf Transferleistungen brauche man von Brüssel aus planbare Garantien. Wichtig ist für Brunner, auch in Zukunft allen Regionen in Bayern eine Bewirtschaftung zu ermöglichen, unabhängig von Hektar-Zahl müsse Entwicklungspotenzial gegeben sein: „Das Motto ;wachsen oder weichen' muss der Vergangenheit angehören." Es dürfe nicht gleichbedeutend mit einem sozialen Abstieg sein, statt einen Haupt- nur noch einen Nebenoder Zuerwerbsbetrieb zu haben.

 

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GURGELSCHMALZ: „Bier spielt in Bayern eine gewichtige Rolle." Staatsminister Helmut Brunner
DEMOSKOPIE: „Wir haben nicht zu viele alte Menschen, sondern zu wenig junge." Helmut Brunner
EUROKRISE: „Deutschland ist die Lokomotive in Europa." MdB Karl Holmeier
HÖFESTERBEN: „Das Motto ,wachsen oder weichen' muss der Vergangenheit angehören." Helmut Brunner

Quelle: Chamer Zeitung

   
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