Kinderkrippe und Rabatte beim Grundstückskauf - Bürgermeister Roider informierte
Pösing. (hg) Bei einer Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstag im Gasthaus Weitzer hat Bürgermeister Edmund Roider über die Entwicklung der Gemeinde Pösing im vergangenen Jahr informiert. Am Ende stand er für Fragen und Anregungen zu den Berichten zur Verfügung. Die Kunststudentin und gebürtige Pösingerin, Steffi Weigl, nutzte die Anwesenheit der Pösinger Bevölkerung, um ihr Projekt „Rettet die Rezepte" vorzustellen.

Die Gemeinde Pösing wächst. Die Einwohnerzahl stieg seit 1987 von 870 auf aktuell 980. Gründe hierfür sind die Ausweisung von attraktiven Baugebieten in Pösing und Langwald und die familienfreundliche Gemeindepolitik. So erhalten Familien für das erste Kind 1 500 Euro und für das zweite Kind nochmals 1 000 Euro Ermäßigung auf den Grundstückskaufpreis. Auch die neu gebaute Kinderkrippe im Kindergarten trägt dazu bei, dass Pösing als interessanter Wohnort für Familien wahrgenommen wird. Die Gemeinde investiert hier kräftig. Von den Baukosten in Höhe von 480 000 Euro beträgt der Gemeindeanteil 150 000 Euro. „Die Investition in die Kinderkrippe wurde vom gesamten Gemeinderat mitgetragen und ist eine Investition in die Zukunft, die Pösing und seinen Kindergarten stärkt", sagte Edmund Roider. Die Krippenplätze sind bereits belegt und die Einweihung steht mit dem 29. April kurz bevor. Für das besondere Engagement um den Kindergarten und die neue Kinderkrippe bedankte sich der Bürgermeister bei Kirchenpfleger Christian Schmitz. Er sprach auch die Schließung des Schulstandortes Pösing an. „Wir haben dagegen gekämpft, aber die Entwicklung der Schülerzahlen ließ eine Beibehaltung des Standortes nicht mehr zu", betonte das Gemeindeoberhaupt.

Zwei Baugebiete
Mit „Ziegelhütte II" in Pösing und „Langwald II" sind zwei Baugebiete vorhanden. Einige Bauplätze konnten bereits verkauft werden. In „Langwald" beträgt der Baupreis pro Quadratmeter voll erschlossen je nach Lage 32 Euro bis 37 Euro. In „Ziegelhütte II" muss für einen Bauplatz ohne Erschließung 20,50 Euro für den Quadratmeter bezahlt werden. Um die wasserrechtliche Erlaubnis wegen des Einleitens von geklärtem Abwasser in den Regen und den Hiltenbach bis 2030 zu erhalten, wurde ein Generalentwässerungsplan erstellt.
 Die in diesem Zusammenhang durchgeführte Kamerabefahrung des Kanalnetzes brachte 75 Schäden ans Licht. Sie müssen bis 2018 behoben werden. Die öffentlichen Plätze in Pösing sollen durch Rabatte verschönert werden. Hierzu möchte Bürgermeister Edmund Roider die Bevölkerung zu einer Gemeinschaftsaktion gewinnen.

Ein Thema auf der Bürgerversammlung war auch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Landkreis Cham, die Roider ausführlich vorstellte. Hierzu fanden bereits „Runde Tische" im Landkreis Cham mit den Bürgermeistern statt. In der Gemeinde Pösing sind Maßnahmen beim „Stamsrieder Bach" geplant. Hierzu werden die Grundstückseigentümer und Landwirte zu einem Ortstermin eingeladen, wo mit den Fachstellen des Landratsamtes das weitere Vorgehen besprochen wird. Einschränkungen für die Betroffenen soll es nach Aussage des Bürgermeisters nicht geben. Kosten entstehen für die Gemeinde keine. Sie werden vom Zweckverband, bei dem die Gemeinde Mitglied ist, übernommen. Zum Schluss bedankte sich der Bürgermeister noch bei allen Vereinen und Gruppierungen, sich das ganze Jahr über ehrenamtlich im Ort betätigen.

Aktion „Rettet die Rezepte"
Die Kunststudentin Steffi Weigl aus Pösing startet in Pösing das Projekt „Rettet die Rezepte", das sie auf der Bürgerversammlung vorstellte. Sie möchte alte Rezepte, aber auch Geschichten, die mit dem Kochen zusammenhängen, sammeln, damit diese nicht aussterben.

Es wäre schade, wenn irgendwann einmal all diese leckeren Rezepte vergessen werden oder verloren gingen, sagte sie. Steffi Weigl bittet die Bevölkerung, ihr die Rezepte und Geschichten zukommen zu lassen. Sie will dann ein Kochbuch zusammenstellen, das bis zum Christkindlmarkt fertig sein soll. Bis Pfingsten stehen in Pösing an verschiedenen Orten Sammeltöpfe, wo die Rezepte und Geschichten abgegeben werden können. Sie komme aber auch gerne privat vorbei, um sich die Rezepte und Geschichten persönlich anzuhören. Von Bürgermeister Edmund Roider hat sie sich mit einer Rinderbrühe bereits ein leckeres Rezept abgeholt.

Am Ende der Versammlung bestand noch ausreichend Gelegenheit, um mit dem Bürgermeister zu diskutieren und Fragen rund um die Gemeinde zustellen. Fragen von den Bürgern kamen zu den Themen Maßnahmen zum „ St amsrieder Bach" sowie Gebührenbescheid für Wasser und Kanal.

Urnenstehlen werden Thema
Steuern, Gebühren, Haushalt und Investitionen

Wie Bürgermeister Edmund Roider erläuterte, sind die Hebesätze für die Grundsteuern und Gewerbesteuer mit 315 Prozent bereits seit 1. Januar 2004 unverändert. Die Beitrags- und Gebührensätze für die öffentliche Wasserversorgung und Abwasseranlage wurden am 1. Januar 2010 letztmals angepasst. Die Gemeinde Pösing hat im Landkreis mit die niedrigsten Grabgebühren, da seit vielen Jahren kein Grunderwerb mehr vorgenommen werden musste. In letzter Zeit kamen öfters Anfragen von Bürgern zu Urnenstelen. Das Thema wird in Kürze im Gemeinderat behandelt. Sollten hier Investitionen erfolgen, werde dies auch zu einer Anpassung bei Grabgebühren führen, erläuterte der Bürgermeister.

Roider legte den Bürgern auch Zahlen des neuen Haushalts 2012 vor. Der Gesamthaushalt beträgt 1 721 400 Euro. Die Gesamtverschuldung der Gemeinde Pösing be-lief sich Ende 2011 auf rund 1 165 000 Euro. Daraus errechnet sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1 196 Euro, die knapp unter dem Durchschnitt der Gemeinden im Landkreis Cham von 1 292 Euro liegt. Dieses Jahr will die Gemeinde ohne Netto-Neuverschuldung aus- kommen, sagte Bürgermeister Edmund Roider.

 Auf dem Wertstoffhofgebäude und dem Gebäude bei der Kläranlage wurden Photovoltaikanlagen installiert. Bei der Kläranlage plant die Gemeinde den Bau einer Lagerhalle mit einer zusätzlichen Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der bereits sehr alte Rasentraktor „John Deere" wird durch einen neuen Traktor ersetzt. Die Verhandlungen mit den Händlern sind derzeit im Gange. Der ausgemusterte Traktor soll dem FSV Pösing zum Mähen ihrer Sportplätze zur Verfügung gestellt werden, was zu einer Entlastung des Bauhofes führen wird.

Quelle: Chamer Zeitung

   
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