hopp gerhard 123Abgeordneter Dr. Gerhard Hopp sammelt in Pösinger Einrichtung Anregungen. Der Politiker möchte mithelfen, die Bürokratie für Erzieherinnen abzubauen.

Es sind nur noch ein paar Wochen hin, dann ist Dr. Gerhard Hopp selber stolzer Vater. Vielleicht auch deshalb hat er sich für die Aktion „Rollentausch“ einen Kindergarten mit Kinderkrippe ausgesucht, um hier zu hören, was Leiterin und Erzieherinnen auf den Nägeln brennt, aber auch, um mit den Kindern zu spielen und herumzutoben. „Es war anstrengend, aber lehrreich“, lautet sein Fazit nach drei Stunden in der Pösinger Einrichtung.

 

Vielleicht unüberlegt, vor kurzem erst wieder auch aus politischem Munde, kommt der Ausspruch: „Da geht’s ja zu wie im Kindergarten“. „Eigentlich ist das ja ein Kompliment“, so der CSU-Landtagsabgeordnete, obwohl es vielleicht abwertend klingen sollte. „Die Leute, die hier das Sagen haben, sind kompetent, es wird viel gelernt und es gibt auch die nötigen Freiräume“, so seine Erkenntnis.

Täglich einen „Spagat“ bewältigen

„Es ist schon eine Herausforderung für die Leiterin und die Erzieherinnen, all die gestellten Aufgaben unter einen Hut zubringen“, weiß Dr. Gerhard Hopp nun auch aus eigenem Erleben ein Stück weit besser. Besonders gilt dies auch hier in Pösing, wo Kindergarten und Kinderkrippe unter einem Dach untergebracht sind.

Der Abgeordnete spricht von einem „Spagat“, der hier tagtäglich bewältigt werden müsse. Zum einen gelte es, Nerven und Ordnung zu bewahren, aber auch, die Kinder nicht nur zu „hüten“, sondern sie auf das Leben vorzubereiten, sie zu erziehen und ihnen Dinge zu lehren, die oft für ein ganzes Leben wichtig seien. Dazu kämen noch viele andere Aufgaben, vor allem hinsichtlich Dokumentation und bürokratischer Anforderungen.

Dazu soll auch die Begegnung der Kinder mit der Natur gefördert werden. „Imponiert hat mir auch, dass hier der Glauben vermittelt wird“, so Dr. Hopp. Die Kinder würden Umgangsformen lernen und auch, wie wichtig es ist, mit anderen zu teilen. Dazu kommt für die Erzieherinnen noch die Aufgabe, immer wieder neue Praktikantinnen mit dem vertraut zu machen, was eines Tages auf sie im Beruf zukommen wird.

.Natürlich wurde der prominente Besucher auch in den Kindergartenalltag mit einbezogen. Derzeit begeben sie sich im täglichen Stuhlkreis auf eine „Weltreise“ durch verschiedene Länder. Weil auch Pösing international ist, liegt die besondere Betonung auf Ländern, in denen die Heimat von Kindern oder ihren Eltern liegt, aus denen sie kommen.

Am Montag war das Nachbarland Tschechien an der Reihe – und nach und nach geht es hinüber nach Amerika, zunächst einmal nach Mittelamerika, denn eine Praktikantin kommt aus Costa Rica. Bis etwa Juni ist dann Brasilien an der Reihe, wenn die Weltmeisterschaft beginnt.

Als die Mittagszeit beginnt, strömen die Kleinen hinaus in den Garten und wollen endlich herumtollen. Eine der Erzieherinnen holt die Klangschale und ruft sie damit herbei, denn Dr. Hopp hat natürlich einige süße Überraschungen für sie mitgebracht. „Es war ein anstrengender, aber auch lehrreicher Tag“ sagt er.

Was er mitnimmt von diesen drei Stunden? – „Erst einmal die Erkenntnis, dass hier ungeheuer wertvolle Arbeit geleistet wird. Dann aber auch die Erfahrung, dass der Bildungs- und Erziehungsplan für die Bayerischen Kindergärten aus dem Sozialministerium, ein dickes Buch mit vielen Bestimmungen, zumindest in Teilbereichen überarbeitet gehört.“ Er möchte sich im Arbeitskreis Soziales dafür einsetzen, dass sich die Beschäftigten im Kindergarten wieder mehr ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden können. Dazu ist ihm viel Glück zu wünschen, denn versucht haben sich an der Entbürokratisierung schon viele, wenn auch bisher mit eher mäßigem Erfolg.

von Peter Nicklas

Quelle: www.mittelbayerische.de

Bild: www.gerhard-hopp.de

   
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