Bürgermeister Karl Holmeier hat für die Bundeswahlkreiskonferenz ein "gutes Gefühl"



Von Elisabeth Geiling-Plötz

 

Cham. Es war ein kleiner Kulturrschock, den Karl Holmeier bei seiner ersten Sitzung im Bayerischen Landtag erlebt hat. "Ich war überrrascht, als Abgeordnete plötzlich aufgesprungen sind und dazwischengerufen haben. Das würde es bei uns im Gemeinderat oder im Kreistag nicht geben", schüttelt Holmeier den Kopf. Für so ruppige Manieren im politischen Umgang hat der Weidinger kein Verständnis. Der CSU-Fraktionschef ist ein Verfechter des klärenden Gesprächs: "Man darf nicht nur Briefe und E-Mails schreiben, sondern muss miteinander reden. Dann würden solche Vorfälle wie der plötzliche Rücktritt von Michael Glos als Bundeswirtschaftsminister nicht passieren. " Diesen ganz persönlichen Politikstil möchte Holmeier gegebenenfalls auch in Berlin durchhalten - sollten ihm die Delegierten der CSU-Bundeswahlkreiskonferenz das Vertrauuen aussprechen und ihn als Kandidaten für die Bundestagswahl im September '09 nominieren.

Am Samstag fällt die Entscheidung! Dann treffen sich die Delegierten der CSU-Kreisverbände Cham und Schwandorf in Roding. Sie haben die Wahl zwischen dem Schwandorfer Kandidaten Maximilian Beer und dem Favoriten der Chamer Kreis-CSU, Karl Holmeier. Der Wunschkandidat der meisten Kreisvorstandsmitglieder war Holmeier seit jeher, doch er selbst brauchte erst einmal Bedenkzeit, ob er für Berlin antreten möchte oder nicht. Der Grund für sein Zögern liegt auf der Hand: "Ich bin in der Kommunalpolitik verwurzelt. Die Nähe zu den Bürgern ist mir einfach wichtig." Aber diese Wurzeln müsste und wollte Holmeier als MdB auch gar nicht aufgeben. In seinen Monaten als Landtagsabgeordneter stellte er fest, dass "die Kombination aus kommunaler und landespolitischer Arbeit ideal ist". Für den Weidinger sind Abstimmung über die Ehrenamtsförderung, die Finanzierung von Kindergärten oder Auflösung von Teilhauptschulen eben nichts Abstraktes. Stattdessen muss er diese Beschlüsse tagtäglich als  Bürgermeister vollziehen.

Mit diesem direkten Blick des Praktikers sieht er, viele politische Themen. Das reicht bis hin zur Wirtschaftspolitik, denn: "Das Bestreben, Arbeitsplätze in der Krise zu sichern, darf nicht auf die Konzerne und Banken beschränkt sein. Das muss auch für die mittelständischen Betriebe und Handwerker gelten."  

Als Realpolitiker weiß er, dass es leichter ist, seinen Zielen in kleinen Schritten näher zu kommen. Anstelle hoher verkehrspolitischer Visionen hat Holmeier vielmehr überschaubare Projekte im Sinn, Angefangen bei einer dritten Spur für die B 16 bei Roding bis zur weiteren Fahrbahn für die B 20 in Richtung Furth im Wald und dem weiteren Ausbau der B 85 ab Untertraubenbach - all diese Vorhaben möchte er weiter voranbringen. "Wir brauchen schnell baureife Planungen", fordert Karl Holmeier, der vom angekündigten "Geldsegen" aus Berlin profitieren will.  

Als Bürgermeister und Kreisvorsitzender des Gemeindetages kämpft er seit Jahren um die Stärkung des ländlichen Raums und eine bessere DSL-Anbindung. Kein Wunder also, dass er diesen Themen mit Vorliebe auch in Berlin mehr Gehör verschaffen will. "Wir haben dasselbe Recht auf ein schnelles Internet wie die Menschen in Metropolregionen", ärgert sich Holmeier, der nun auf Gemeindeebene zur Tat schreiten und das Glasfaserkabel selbst verlegen lassen will. So sehr er sich bei diesen Sachthemen ins Zeug legt, so entspannt sieht er Delegiertenkonferenz und Wahlltermin entgegen. "Die Delegierten kennen mich doch alle", verneint er die Frage nach etwaigen Werbebriefen in eigener Sache. Zur Abstimmmung am kommenden Samstag tritt Holmeier gelassen an. "Ich bin zuversichtlich", versichert der Weidinger, "und ich habe ein sehr gutes Gefühl." Außerdem: "Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter." Dann bleibt er eben Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde - das einzige politische Amt, das er von Jugendjahren an angestrebt hat. Schon sein Vater war Weidinger Bürgermeister. Eben das wollte der Sohn auch erreichen. Und er hat es geschafft: 1990 wählten ihn seine Mitbürger an die Spitze. Holmeier gab seinen Beruf als Sparkasssenfachwirt auf und widmete sich voll und ganz der Politik. Aus dem "Ja" zur Gemeindepolitik wurde bekanntlich mittlerweile ein "Ja" zur Bundespolitik.

Quelle: Chamer Zeitung


 


 

   
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