Neu-MdB Holmeier ist Dienstag schon in Berlin – Auf MdB Schieder wartet die Opposition
Cham. (ge) Es ist geschafft! Auch wenn ihre Ergebnisse ganz unterschiedlich ausgefallen sind, ein Gefühl eint die Kandidaten aller Parteien: Sie sind froh, dass der Wahlkampf vorbei und die Bundestagswahl überstanden ist. Aber damit endet schon die Übereinstimmung. Denn die Einschätzung des Wahlausgangs ist gänzlich konträr.

„Ich bin sehr zufrieden", stellt Neu-MdB Karl Holmeier fest. Knapp 62 Prozent der Landkreisbürger wollten ihn im Bundestag sehen. „Ein hervorragendes Ergebnis", strahlt Holmeier. Da tut auch das mit 42 Prozent niedrigere Ergebnis im Landkreis Schwandorf der Freude keinen Abbruch. Holmeier schreibt diesen Wert dem „Heimvorteil" der Gegenkandidatin zu. Was dem Weidinger allerdings die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnet, ist der hohe Verlust der CSU landesweit. „Wir müssen darüber nachdenken, wie dieses Ergebnis zustande gekommen ist", lassen ihn die Bayernergebnisse nicht kalt. Seinen Sitz im Bundestag hat Holmeier sicher. Auch einen ersten Termin in Berlin hat er bereits: Am Dienstag um 12 Uhr trifft sich die CSU-Landesgruppe. „Ich freue mich auf die Arbeit in Berlin", versichert Karl Holmeier. Bis er Ende Oktober ganz in die Bundeshauptstadt wechselt, muss der Weidinger allerdings daheim noch einiges regeln. Was wird mit seinem Bürgermeisteramt? Was mit dem CSU-Fraktionsvorsitz im Kreistag und dem Kreisvorsitz beim Gemeindetag? „Das müssen wir in aller Ruhe besprechen", lässt sich Holmeier nicht in die Karten blicken. MdB Marianne Schieder hat da weniger Grund zur Freude, wenn sie auf die Wahlergebnisse im ganzen Land und im Wahlkreis Cham-Schwandorf blickt. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die SPD so stark einbrechen würde. Das muss ich erst auf mich wirken lassen", kann sich die Abgeordnete die Ergebnisse nicht erklären. Gerade im Landkreis Cham ist sie überrascht über das Absinken — von 19,5 auf 15,5 Prozent der Erststimmen. „Das ist mir unerklärlich. Ich war in den vergangenen Jahren wirklich ständig vor Ort", grübelt sie. Da ist es ein kleiner Trost, dass die SPD von den Landkreisbürgern noch viel deutlicher abstraft wurde. Mit Platz sechs auf der Landesliste ist sie im neuen Bundestag sicher wieder vertreten. Sie wird aber nun auf der unbequemen Oppositionsbank Platz nehmen müssen. Für die Sozialdemokratin keine neue Erfahrung — schon als Abgeordnete im Landtag hat sie Oppositionsarbeit gemacht. Die Gegner sind wieder dieselben. Verstärkung wird die SPD durch die Grünen bekommen. „Die Opposition tut uns, aber vor allem der SPD gut", hofft Stefan Christoph, Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, darauf, dass beide Parteien zu sich selbst finden und wieder zu alter Form auflaufen. Einen Wermutstropfen sieht der Further: „Ich habe Angst vor Schwarz-Gelb!" Sowohl das Erst- als auch Zweitstimmenergebnis konnten die Grüne nahezu verdoppeln. Ganz so, wie es sich Christoph vorgestellt hat. Sein Ziel waren fünf Prozent. Die sind geschafft! „Wir haben den Menschen vermitteln können, dass unsere Partei auch kompetente Inhalte in der Wirtschaftspolitik liefert", ist Stefan Christoph überzeugt. Er ist zum ersten Mal angetreten. „Das Ergebnis macht Mut zu mehr", kann sich der Youngster durchaus weitere Kandidaturen vorstellen. Die Lust an der Politik ist bei Erich Bauer größer denn je. Der FDP-Kandidat aus Oberviechtach hat im Landkreis Cham respektable 6,8 Prozent geholt. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl lag die Partei noch bei 2,9 Prozent. „Die Menschen haben verstanden, wo's lang geht", ist Bauer überzeugt. Dabei räumt er ein, dass der Landkreis Cham besonders schwierig zu beackern war: „Der Landkreis ist CSU-lastig! Aber immer mehr Leute haben gemerkt, dass es in die falsche Richtung, hin zum Sozialismus gelaufen ist." Die Zukunft der FDP vor Ort sieht Bauer rosig, denn nun sind die Liberalen im Land- und im Bundestag an der Macht.

Quelle: Chamer Zeitung
 

   
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