MdB Holmeier richtet in Cham Bürgerbüro ein — Appartement in der „Bundesschlange"
Von Elisabeth Geiling-Plötz
Cham. „Bis jetzt bin ich nur Dreiviertel-MdB!" Am Dienstag nächster Woche ändert sich dieser Status. Karl Holmeier ist auf dem Sprung nach Berlin. Heute tagt er in der Bundeshauptstadt mit der Landesgruppe, am Montag mit der Fraktion in München, am Dienstag nimmt er dann seinen Platz im Deutschen Bundestag ein. Und am Mittwochgeh t es mit der Kanzlerwahl weiter., Die Frage, ob er denn für Amtsinhaberin Angela Merkel stimmen wird, entlockt Holmeier nur ein energisches „Ja, freilich".

Wegen seines eigenen Postens muss sich Karl Holmeier noch einige Tage gedulden. Erst Ende nächster Woche wird über die Besetzung der Ausschüsse beraten. „Ich möchte auf alle Fälle in den Ausschuss für Kommunalpolitik. Auch einen Sitz im Verkehrsausschuss hätte ich gerne.Aber  der ist heiß begehrt", überlegt Holmeier.

Die Kollegen in der Fraktion kennt der Weidinger mittlerweile recht gut. Etliche Sitzungen haben die CSU- und CDU-Politiker bereits miteinander absolviert. In den nächsten Tagen stehen weitere Gespräche an. Schließlich müssen die Beschlüsse der Koalitionsrunde kund getan werden. Die neuen MdBs waren in die Beratung der zehn Arbeitskreise nicht eingebunden. Was ihre altgedienten Kollegen im Koalitionsvertragausg ehandelt haben,das  erfahren die Neulinge nun Zug um Zug. „Gerade in der Landesgruppega b es dazu immer viele Informationen und breiten Raum für die Diskussion", sieht sich Holmeier gut informiert und eingebunden.

Auch das vorläufig bekannte Ergebnis der Verhandlungen stimmen den Weidinger recht optimistisch. „In dem Papier sind viele gute Ansätze enthalten", beurteilt Holmeier die Vereinbarung. Positiv bewertet er die Ausweitung des Schonvermögens bei Hartz-IV-Empfängern und den Passus über die Stärkung des Ehrenamtes. Nun hofft er darauf, dass auch die Ankündigung, ein Baukindergeld einzuführen, umgesetzt wird. Überhaupt möchte Karl Holmeier die Interessen der Familien und Arbeitnehmer hochhalten. „Es wird unsere Aufgabe als CSU sein, den sozialen Aspekt in der Koalition zu wahren", kündigt er an. Holmeier erwartet Vorstöße zum Kündigungsschutz und in Fragen der Krankenversicherung von Seiten der FDP. „Da müssen wir gewaltig aufpassen", will er den Versuchungen einer zu unternehmensorientierten Politik entschieden entgegentreten. Der neue MdB ist kein Freund der reinen Klientelpolitik: „Nur gemeinsam können wir den Weg aus der Krise finden."

Sein eigener Weg führt ihn jetzt nach Berlin. Das Büro hat er mitsamt Personal von seinem Vorgänger Klaus Hofbauer übernommen. Derzeit sind die Mitarbeiter dabei, Telefon- und E-Mail-Anschluss neu zu regeln. Auch ein Appartement hat Holmeier an der Spree schon gefunden. 46 Quadratmeter in der „Bundesschlange" — der Wohnanlage für Bundestagsabgeordnete und Bundesbeamte — sind seine Heimat während der Sitzungswochen. Daheim im Wahlkreis richtet er sich ein Bürgerbüro ein. An der Ecke Nunstinger Straße/Dr. Karl-Stern-Straße, dort wo früher die Kreiswerke ihre Geschäftsstelle hatten, wird ab Mitte November Holmeiers Abgeordnetenbüro zu finden sein.

Vor dem Spagat zwischen Weiding und Berlin, zwischen Bürgermeisteramt und MdB-Posten ist Holmeier nicht bange. „Da läuft viel ineinander." Eine große Vereidigungszeremonie hat er übrigens nicht zu erwarten. Nach dem Gottesdienst erfolgt am Dienstag die konstituierende Sitzung. Dabei wird jeder Abgeordnete aufgerufen und gefragt, ob er das Mandat annimmt. 

Quelle: Chamer Zeitung
 

   
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