Pösinger Schulhaus wird im neuen Jahr nicht mehr genutzt - Nur noch 186 Schüler
Pösing. In nichtöffentlicher Sitzung ist dem Gemeinderat am Mittwochabend durch den Chamer Schulamtsdirektor Josef Gruber offiziell mitgeteilt worden, dass im Pösinger Schulhaus mit Ende dieses Schuljahres, also mit dem heutigen Freitag, nach über 50 Jahren zum letzten Mal die Schulkinder aus Pösing, Wetterfeld und Strahlfeld ihre Jahreszeugnisse erhalten werden. Das Schulhaus wird geschlossen.

Das sei der für ihn bisher sicherlich bitterste Moment in seiner noch jungen Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Pösing, so Edmund Roider in seiner ersten Stellungnahme. Alle Bemühungen der letzten 14 Tage, seitdem Schulleiter und Schulamt von der beabsichtigten Schließung informiert worden waren, halfen nichts mehr. Auch die mit Unterstützung von Landrat Franz Löffler, der Fachabteilung der Regierung der Oberpfalz, des Rodinger Bürgermeisters Franz Reichold sowie des Schulverbands-vorsitzenden und Bürgermeister des Marktes Stamsried, Herbert Bauer, konnte man Schulrat Josef Gruber nicht davon überzeugen, wenigstens eine Übergangszeit von einem weiteren Schuljahr zuzulassen.
Schülerzahlen rückläufig
Der Schulamtsdirektor begründete seinen Entschluss wie folgt: In den letzten zehn Jahren sind die Schülerzahlen an der Wolf gangSp ießl-Schule Stamsried-Pösing mit ihren drei Schulhäusern Stamsried, Pösing und Wetterfeld von 360 Schülern auf jetzt im kommenden Schuljahr auf 186 zurückgegangen. Da im Stamsrieder Schulhaus zehn Klassenzimmer zur Verfügung stehen, muss aus pädagogischen und organisatorischen Gründen die Einhäusigkeit angestrebt werden. Im kommenden Schuljahr verbleiben laut Rektor. Kurt Breu nur noch neun Klassen. Aus strategischen Gründen will man im Schulhaus Wetterfeld — so lange es die Schülerzahlen noch hergeben — zwei Grundschulklassen aus dem Bereich Pösing /Strahlfeld /Wetterfeld belassen. Die übrigen sieben Klassen sollen im Stamsrieder Schulhaus unterrichtet werden.

Als Hauptgrund für die sofortige Schließung des Schulhauses Pösing führt der Schulamtsdirektor Sicherheitsgründe an. An einem Standort darf nämlich nicht nur eine einzige Klasse unterrichtet werden, weil bei einem Unfallereignis eine schnellstmögliche Hilfe nicht gewährleistet sei. Um dieses Problem umgehen zu können, hätten also mindestens zwei Klassen in Pösing unterrichtet werden müssen. Bei diesem Zugeständnis wären für das Haupthaus in Stamsried nur noch fünf Klassen übrig geblieben. Diesen Weg wollte das Schulamt auf keinen Fall gehen.

Für den Pösinger Gemeinderat gilt es nach der eigenen Schulhausschließung nun, den Schulstandort Wetterfeld schon aus eigenem Interesse heraus (die Wetterfelder und Strahlfelder Kinder besuchen den Pösinger Kindergarten) möglichst lange für zwei Grundschulklassen zu erhalten.

Standort Wetterfeld erhalten
Dies sicherte der Schulamtsdirektor auch zu, solange von Pösing, Wetterfeld und Strahlfeld noch eigene Grundschulklassen gebildet werden können. Aber auch hier wurde offen diskutiert und die Schülerzahlen in den Jahren ab 2013/14 lassen nichts Gutes hoffen.
Trotz des harten Einschnitts, den die Pösinger Bürgerschaft nun hinzunehmen hat — immerhin gibt es nachweislich seit 1643 bereits eine Schule in Pösing, in Wetterfeld gar schon seit 1504, wird der Gemeinderat im Einvernehmen mit dem Schulverband bestrebt sein, das Beste für die Erziehung und die Bildung der Kinder aus den Ortsteilen Strahlfeld, Wetterfeld und Pösing auch künftig zu ermöglichen.

Für eine Nachnutzung des bestehenden Schulhauses eine sinnvolle Möglichkeit zu finden wird äußerst schwierig werden, gab Bürgermeister Edmund Roider zu Bedenken. Eines solle das Schulhaus aber zunächst nicht werden, nur ein Abstell- und Lagerraum für Vereinszwecke.

Quelle: Chamer Zeitung

   
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