Am Grab von Franz Sackmann - Wegweisende politische Arbeit einer Persönlichkeit
Roding. (jh) Verneigt vor der Persönlichkeit Franz Sackmann und seinem Lebenswerk haben sich am Dienstagnachmittag zahllose Trauergäste. Mehrere Redner würdigten den Menschen und Politiker, sein Wirken in Amt und Ehrenamt. Auf dem Rodinger Friedhof fand Franz Sackmann, der am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren verstorben war, seine letzte Ruhestätte.



Im Gotteshaus war ein Bild von Franz Sackmann aufgestellt, eingerahmt von brennenden Kerzen. Fahnenabordnungen hatten sich am Altarraum postiert, als Stadtpfarrer Holger Kruschina einzog. Ihn begleiteten als Konzelebranten Domdekan Robert Hüttner, Domkapitular Bernhard Piendl, Dornvikar Harald Scharf, Prälat Heinrich Wachter, die ehemaligen Stadtpfarrer Konrad Dobmeier und Josef Amberger sowie die Geistlichen Josef Schmaderer und Hans Baier.

 Pfarrer Kruschina nannte Franz Sackmann in seiner Predigt einen Visionär und Pragmatiker, der nach dem Krieg als aufrechter Christ an einem besseren Leben mitarbeiten wollte. Nicht nur um die Gesellschaft im Großen sei es ihm gegangen, sondern gerade auch um die Familie. Seine Vision, dieser Welt ein Stück mehr Gerechtigkeit zu bringen, sei aus dem christlichen Leben heraus erwachsen. Jeder, so der Prediger, habe einen anderen Franz Sackmann kennengelernt, der aber im Kern immer der gleiche gewesen sei: sich und dem Herrn treu.

Nach dem abschließenden Segen ergriffen im Gotteshaus mehrere Redner das Wort. Europaministerin Emilia Müller beschrieb Franz Sackmann als große und starke Persönlichkeit, geradlinig und überzeugend. „Ministerpräsident, Staatsregierung und die CSU werden seinen Namen in Ehren halten, ihn, den Mann der ersten Stunde der CSU nach dem Krieg." Er habe die Grundlinien der Politik der Zukunft mit entworfen. Er habe an der Demokratie mitgearbeitet, unter anderem als Landrat, als Landtagsabgeordneter, als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Dank ihm haben die ostbayerischen Grenzregionen den Anschluss nicht verpasst. Er sei eine Autorität aus seiner Persönlichkeit heraus gewesen, nicht des Amtes wegen; der Glaube habe ihn dabei immer getragen.

 

Für die CSU sprach CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Franz Sackmann, der den Krieg erleben musste, habe überzeugt in seiner Ansicht, dass Deutschland nur eine Chance habe, wenn die Men1 schen Mut aufbringen, für Demokratie einzustehen. Den Geist des christlichen und sozialen Neubeginns habe der Verstorbene verkörpert.

Dass Franz Sackmann seine Ämter dazu genutzt habe, die Lebensverhältnisse im Grenzland zu verbessern, von der Wasserversorgung über Straßenbau bis hin zu Betriebsansiedlungen, unterstrich Landrat Franz Löffler. Der Landkreis werde seine wegweisende politische Arbeit über den Tod hinaus in ehrender Erinnerung behalten.

Rodings Bürgermeister Franz Reichold nannte Franz Sackmann einen der couragiertesten Kommunalpolitiker der Nachkriegszeit. Auf diesem Fundament konnten die Nachkriegsgenerationen aufbauen. Er habe das Gemeinwohl gemehrt, Schaden von den Mitbürgern abgewendet. Seine Grundhaltung sei geprägt gewesen vom Dienen für die Gemeinschaft. Er, Reichold, habe viel von Sackmanns Lebensklugheit mit auf den Weg bekommen. Roding sei um eine bedeutende Persönlichkeit ärmer geworden. "Wir verdanken ihm mehr, als Worte ausdrücken können." Franz Sackmann habe mit seiner Tatkraft Geschichte gemacht.

Ulrike Scharf würdigte Franz Sackmann als einen Mann, der viel mehr für die Gesellschaft getan habe, als es seine Pflicht gewesen wäre. Nicht nur namens der Wasserwacht Bayern, auch im Auftrag des Bayerischen Roten Kreuzes, des Kolpingbildungswerkes und der Arbeitsgemeinschaft demokratischer Kreise dankte sie Franz Sackmann für sei, ne Unterstützung, seine stets aufmunternden Worte und sein Lächeln.

Dr. Hermann Reidl vom Orden der Ritter vom Heiligen Grab hob die tatkräftige Unterstützung von Franz Sackmann in den 35 Jahren seiner Mitgliedschaft hervor, sei es durch Gebet oder finanzielle Unterstützung.

Dass neben Politik und Familie auch die Gesellschaft, die Vereine und der Sport eine Rolle im Leben von Franz Sackmann spielten, wusste Franz Mageth in seiner Funktion als Vizepräsident des TSV 1860 München treffend zu beschreiben.

Eine große Trauergemeinde zog nach dem Requiem hinauf zum Rodinger Friedhof, um am Grab von Franz Sackmann persönlich Abschied zu nehmen.

Quelle: Chamer Zeitung

   
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